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Werbewirksamkeit der weißen Wand

Da hab ich doch vor kurzem einen Bericht im Fernsehen gesehen, ich weiß den Titel leider nicht mehr, aber es wurden verschieden Beispiele gezeigt, was Menschen alles machen um Ihren Traumberuf zu verwirklichen.

Unter anderem auch das Beispiel zweier Modedesigner die sich nach Ihrem Studium selbstständig gemacht haben und dieses Jahr im Rahmen der Berliner Fashion Week eine eigene Kollektion gefertigt haben um diese bei der Messe vorzustellen. Diese wenigen qm weiße Stellwand mit 2 beweglichen Kleiderständern kostet die Newcomer für 4 Tage 10.000 € zzgl. die Kosten der Kollektion.

Sollte bei der Messeplanung nicht auf jeden Fall eine Budget für Werbung eingeplant werden!?

Was mich nun echt erschüttert hat, war die Aussage, dass man bloß keine große Messestandgestaltung oder Werbung machen sollte, denn das sei in der Branche verpönt (ah ja, mir fallen da allerdings einige Designer ein, die keine Kosten und Mühen scheuen um sich und Ihre Mode ins beste Licht zu rücken). Es würde unterstellt werden, dass man mit Standgestaltung von seiner Kollektion ablenken wolle.

Ist es denn nicht so, dass erst die Einheit von Selbstdarstellung, Messsedesign und der Präsentation seiner Produkte ein Ganzes ergeben!? Es geht oft gar nicht um aufwändiges Messedesign, aber was spricht gegen ein Logo für die Rückwand oder eine Broschüre, ein Messedisplay, etc.?

Wie schlecht muss da die Kollektion sein, wenn sie diesem Anspruch nicht gerecht wird!? Und was ist das für ein unternehmerisches Denken, wenn man sein ganzes Geld in die Hoffnung investiert, dass evtl. Kate Moss am Messestand vorbeikommt und ein Kleidungsstück kauft um es vielleicht bei einem öffentlichen Auftritt zu tragen (Zitat aus dem Bericht) – wäre es nicht chancenreicher Lotto zu spielen?

Aber wie so oft wissen es alle besser und nehmen nicht einmal Kontakt zu einer Werbeagentur auf. Das ganze Budget wird investiert und der Erfolg dem Zufall überlassen, nur die Agentur ist zu teuer und ein Budget für Eigenwerbung ist womöglich gar nicht eingeplant oder auf jeden Fall zu teuer. Ob diese Rechnung am Ende aufgeht wage ich zu bezweifeln.

Gut, diese beiden Designer hatten nun das Glück, dass der RBB über sie berichtet hat – wie werbewirksam wäre es gewesen, ein Logo der Designer dort zu sehen? Das ist wirklich eine verpasste Chance!

Von den anderen Ausstellern hat auch keiner bei uns angerufen, sondern sich auf weiße Wände verlassen. Schade eigentlich!

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