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Wir arbeiten gerne kostenlos für Sie!

Oder: Der Pitch als Instrument zur Agenturauswahl.

In der Werbebranche gilt der sogenannte Agenturpitch als eine Möglichkeit um eine neue Werbeagentur zu finden. In einem direkten Vergleich werden Agenturen gescreent und stellen Ideen und Konzepte vor, die auf Basis des Briefings für den potenziellen Neukunden erarbeitet werden.

Im besten Fall erhalten mehrere Agenturen ein ausgearbeitetes und vollständiges Briefing des Kunden, in dem sowohl die Auswahlkriterien als auch alle Hintergrundinfos zum Produkt, der Dienstleistung, den Zielgruppen, Kommunikationsziele usw. beschrieben sind.
Im Prinzip soll die Werbeagentur den potenziellen Kunden optimal kennenlernen um auf Basis dieser Informationen ein Angebot und auch einen sichtbaren Lösungsansatz produzieren zu können. Außerdem sollte die Agentur exakt informiert werden wie viele andere Anbieter angefragt wurden und nach welchen Kriterien der Zuschlag erfolgen wird.

Soweit zum Inhaltlichen. Bereits an dieser Stelle muss ich sagen: In knapp 20 Jahren habe ich KEINE einzige Ausschreibung bekommen, die diese inhaltlichen Anforderungen erfüllt hätte.

Nun hält man also die Anfrage (optimalerweise ein Briefing) des potenziellen Neukunden in Händen – meist befindet man sich in der Situation diesen gerne als Kunden haben zu wollen. Bereits jetzt wird meistens klar: Es wird eine kostenlose Präsentation der eigenen Ideen erwartet.

„Wir wollen erstmal sehen was Sie so können“ oder „Wir verschaffen uns erstmal einen Eindruck von Ihrer Leistungsfähigkeit“.
So oder so ähnlich lauten die Argumente, warum die Präsentationsleistung kostenlos eingefordert wird. Manchmal sind diese auch verbunden mit „interessanten“ Versprechungen: „Für diesen Auftrag haben wir nur ein kleines Budget, aber die Folgeaufträge sind extrem potent“.

Fakt ist: Wir werden gebeten kostenlos das zu präsentieren, was unsere eigentliche Kernleistung darstellt.
Es sind unsere Ideen, die uns einzigartig machen, die kreative Ausarbeitung einer Idee stellt unsere eigentliche Arbeitsleistung dar.

Das kostet Ressourcen: Zeit, Geld und Ideen. Wir Werbeagenturen geben das gerne – aber doch nicht kostenlos. Wer soll diese Ressourcen am Ende bezahlen?
Da bleibt nur eine Möglichkeit: Unsere Stammkunden. Und jetzt mal ganz ehrlich: Ist das fair? Und fühlt sich das richtig an? 

Wir von der designenergie Werbeagentur in Berlin machen da nicht mit. Wir sind Mitglied bei der Initiative www.gegen-gratis.at, die für uns Werbungstreibende initiiert wurde. Wir möchten nicht länger zu kostenlosen Präsentationen eingeladen werden. Wir wollen unsere Stammkunden behalten und unseren guten Ruf!

Leider sind es oft Berufsanfänger oder Agenturen, die dringend neue Kunden brauchen, die nach wie vor kostenlos pitchen – persönlich verstehe ich, dass man jedes Mittel nutzt, um den Neukunden zu bekommen. Aus professioneller Sicht machen wir uns damit allerdings unseren eigenen Markt kaputt. Und mal ehrlich: Wer will schon mit einer Agentur arbeiten, die sich so einfach über den Tisch ziehen lässt?

Denn freier Wettbewerb, gute Qualität und wertvolle Kreation gibt es nicht ohne Honorar. Wir wollen aber weiterhin Werbung … die sich gut anfühlt!

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